# Webanalyse ohne Google Analytics: Optionen und Kriterien

> Matomo, Plausible, Fathom, Piwik PRO, etracker und Logauswertung im Überblick. Mit Kriterien wie Serverstandort, Cookies, Einwilligung und Funktionen.

Quelle: https://whovisit.app/blog/webanalyse-ohne-google-analytics
Veröffentlicht: 2026-11-07
Herausgeber: Whovisit (ARAVILO, Innsbruck)

Viele Betreiber suchen eine Alternative zu Google Analytics, weil sie Daten in der EU halten, Cookies vermeiden oder die Einwilligungsfrage vereinfachen wollen. Es gibt mehrere Wege. Dieser Artikel stellt die gängigen Optionen vor, nennt Prüfkriterien und verweist auf die Herstellerseiten. Er bewertet kein Werkzeug als das beste. Welches passt, hängt von Ihren Anforderungen ab. Die Angaben stammen von den Herstellerseiten und können sich ändern. Prüfen Sie sie vor einer Entscheidung neu.

## Kriterien, nach denen Sie vergleichen

1. **Serverstandort und Betreiber.** Wo liegen die Daten? Wer ist Auftragsverarbeiter? Selbst betreiben oder Cloud?
2. **Cookies und Speicher im Browser.** Setzt das Werkzeug Cookies oder nutzt es andere Speicher auf dem Gerät?
3. **Einwilligung.** Braucht der Einsatz nach Ihrer rechtlichen Einschätzung eine Einwilligung? Hersteller äußern sich dazu, ersetzen aber keine eigene Prüfung. Den Rahmen beschreibt [Einwilligung oder berechtigtes Interesse](https://whovisit.app/blog/einwilligung-oder-berechtigtes-interesse).
4. **Funktionen.** Ziele, Trichter, Ereignisse, Kampagnen, Export, Schnittstellen, mehrere Websites.
5. **Aufwand.** Wartung bei Eigenbetrieb, Einbau, Schulung.
6. **Ausstieg.** Können Sie Ihre Rohdaten exportieren?

## Die Optionen im Überblick

| Option | Betrieb | Was der Hersteller zu Cookies und Einwilligung sagt |
|---|---|---|
| [Matomo](https://matomo.org/) | selbst gehostet oder Cloud | Unterstützt laut Hersteller „consent-exempt configurations“ oder die Anbindung an Einwilligungsverwaltungen |
| [Plausible](https://plausible.io/data-policy) | Cloud (Hosting in Deutschland) oder selbst gehostet | Keine Cookies, keine dauerhaften Besucherkennungen |
| [Fathom](https://usefathom.com/features/eu-isolation) | Cloud | Cookiefrei, laut Hersteller kein Banner für die Analyse |
| [Piwik PRO](https://piwik.pro/privacy-security/) | Cloud (mehrere Standorte) oder eigene Umgebung | Eigener Consent Manager, Tags werden laut Hersteller nur nach Zustimmung ausgelöst |
| [etracker](https://www.etracker.com/en/data-privacy/) | Cloud | Laut Hersteller keine Einwilligung nötig, stützt sich auf berechtigtes Interesse |
| Logauswertung, zum Beispiel [GoAccess](https://goaccess.io/) | auf Ihrem Server | Kein Skript im Browser |

### Matomo

Matomo gibt es als Software zum Selbsthosten und als Cloud. Der Hersteller betont auf seiner [Hosting-Seite](https://matomo.org/matomo-cloud/), dass Sie Eigentümer der erfassten Daten sind und jederzeit einen Rohdatenexport anfordern können. Zum Standort der Cloud nennt die Seite keine Region, klären Sie ihn deshalb direkt. Beim Selbsthosten tragen Sie Wartung, Updates und Absicherung selbst. Ohne Cookies werden Besucher und Kampagnenzuordnung ungenauer: Laut [Matomo-FAQ](https://matomo.org/faq/general/faq_156/) schätzt das System Besucher dann aus IP-Adresse und weiteren Merkmalen. Berichte wie Mehrfach-Attribution oder Kohorten zeigen keine Daten.

### Plausible

Die [Datenschutzerklärung](https://plausible.io/data-policy) nennt Verarbeitung und Speicherung in der EU, keine Cookies und keine dauerhaften Besucherkennungen. Die IP-Adresse fließt in eine tägliche Kennung ein, deren Salt alle 24 Stunden gelöscht wird. Die selbst gehostete [Community Edition](https://plausible.io/docs/self-hosting) enthält laut Hersteller einen Teil der Funktionen der Cloud nicht, darunter Trichter und Ecommerce-Ziele.

### Fathom

Fathom beschreibt bei [EU Isolation](https://usefathom.com/features/eu-isolation), dass Aufrufe von EU-Besuchern auf Servern in der EU verarbeitet werden und die IP-Adresse dort entfernt wird. Auf den US-Servern liegen nach Herstellerangabe nur anonymisierte Daten für die Anzeige im Dashboard. Fathom setzt nach eigener Aussage keine Cookies. Ob Sie das für Ihren Fall genügen lassen, ist eine rechtliche Bewertung.

### Piwik PRO

Piwik PRO bündelt Analyse, Tag Manager und Consent Manager. Die Seite zu [Datenschutz und Sicherheit](https://piwik.pro/privacy-security/) nennt Cloud-Standorte in Deutschland, den Niederlanden und Schweden (EU) sowie in den USA und Hongkong, dazu private Cloud-Optionen. Sie wählen das Rechenzentrum. Der Consent Manager löst Tags laut Hersteller erst nach Zustimmung aus.

### etracker

etracker nennt auf der [Datenschutzseite](https://www.etracker.com/en/data-privacy/) ein Rechenzentrum in Hamburg. Nicht notwendige Cookies werden standardmäßig nicht gesetzt. Der Hersteller stützt die Messung auf berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO und sieht keine vorherige Einwilligung als nötig an. Das ist die Position des Herstellers. Betreiber informieren in ihrer Datenschutzerklärung trotzdem über den Einsatz.

### Serverseitige Logauswertung

Jeder Webserver schreibt Zugriffe in Logdateien. Werkzeuge wie [GoAccess](https://goaccess.io/) lesen sie und erzeugen Berichte im Terminal oder als HTML-Datei, auch mit CSV- und JSON-Ausgabe. Matomo kann Logs ebenfalls [importieren](https://matomo.org/faq/log-analytics-tool/), ohne Skript im Browser. Der Nachteil: Ohne Skript fehlen Bildschirmgröße, Verweildauer auf der Seite und Ereignisse wie Klicks. Bots und Aufrufe aus Zwischenspeichern verzerren die Zahlen. Und auch Logdateien enthalten IP-Adressen, sodass Sie Löschfristen festlegen müssen.

## Was keine dieser Optionen leistet

Klassische Webanalyse zeigt Seiten, Kanäle und Ziele, aber nicht, welche Firma dahinter steht. Wie sich beides ergänzt, steht in [Firmen erkennen mit Google Analytics](https://whovisit.app/blog/firmen-erkennen-google-analytics). Wer zusätzlich sehen will, wo Besucher klicken, findet das in [Heatmap auf der Website](https://whovisit.app/blog/heatmap-website). Zur rechtlichen Seite von Besuchererkennung: [Besuchererkennung und DSGVO](https://whovisit.app/blog/besuchererkennung-dsgvo).

## So entscheiden Sie

1. Notieren Sie, welche drei Fragen die Analyse beantworten soll.
2. Legen Sie fest, ob Sie selbst hosten können und wollen.
3. Klären Sie mit Ihrer Datenschutzberatung, ob Ihr Einsatz eine Einwilligung braucht. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Herstellerangabe.
4. Testen Sie zwei Kandidaten parallel für einige Wochen und vergleichen Sie die Zahlen. Abweichungen zwischen Werkzeugen sind normal.
5. Prüfen Sie den Datenexport, bevor Sie wechseln.

## Häufige Fragen

**Brauche ich bei diesen Werkzeugen kein Einwilligungsbanner?** Das hängt vom Werkzeug, der Konfiguration und der rechtlichen Bewertung ab. Mehrere Hersteller sehen keinen Bedarf. Das ist ihre Position, keine Garantie. Klären Sie es für Ihren Fall.

**Kann ich Google Analytics und eine Alternative parallel betreiben?** Ja. Das ist für einen Testzeitraum sinnvoll, um Zahlen zu vergleichen. Beachten Sie, dass jedes Werkzeug seine eigenen Pflichten bei Information und gegebenenfalls Einwilligung mitbringt.

**Ist selbst gehostet automatisch besser für den Datenschutz?** Nein. Sie behalten die Kontrolle über den Standort, tragen aber Betrieb und Sicherheit selbst. Ein Cloud-Anbieter mit EU-Standort kann je nach Ihren Anforderungen ebenso passen.
