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Technik · 7. November 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Wem gehört die IP-Adresse? So finden Sie den Inhaber heraus

Den Inhaber einer IP-Adresse finden Sie kostenlos im Netzregister. Anleitung für Whois, RDAP und die RIPE-Datenbank, mit Beispiel und Erklärung der Felder.

Drei Wege zur Abfrage: Webseite des Registers, Befehl whois und RDAP. Alle führen zum Eintrag mit Netzname, Organisation und Kontakt für Missbrauch
Grafik: Whovisit · Grafik groß ansehen

Sie sehen eine IP-Adresse in einem Protokoll, in einer Mail oder in einer Firewall und wollen wissen, wem sie gehört. Die Antwort steht in einem öffentlichen Register. Die Abfrage ist kostenlos und dauert eine Minute. Sie zeigt allerdings nicht, welcher Mensch hinter der Adresse sitzt, sondern wem das Netz zugeteilt ist. Diese Grenze erklären wir am Ende.

Wer die Register führt

IP-Adressen werden weltweit von fünf regionalen Registern verwaltet. Jedes führt eine öffentliche Datenbank:

RegisterZuständig für
RIPE NCCEuropa, Nahost, Teile Zentralasiens
ARINNordamerika
APNICAsien und Pazifik
LACNICLateinamerika und Karibik
AFRINICAfrika

Für Adressen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist fast immer RIPE NCC zuständig. Sie müssen das Register aber nicht kennen: Die Werkzeuge unten leiten Sie automatisch weiter.

Drei Wege zur Abfrage

1. Im Browser über die RIPE-Datenbank

Öffnen Sie die Abfrage der RIPE-Datenbank, geben Sie die Adresse ein und starten Sie die Suche. Sie erhalten den Eintrag für den Adressbereich, zu dem die Adresse gehört. Liegt die Adresse nicht im RIPE-Gebiet, zeigt die Seite einen Hinweis auf das zuständige Register.

2. Mit dem Befehl whois

Auf macOS und Linux ist der Befehl whois meist schon vorhanden. Im Terminal genügt:

whois 193.0.6.139

Die Adresse im Beispiel gehört RIPE NCC selbst. Die Ausgabe ist reiner Text mit Feldern wie inetnum, netname und org.

3. Über RDAP

RDAP ist der Nachfolger von Whois. Es liefert dieselben Angaben, aber als strukturierte Daten (JSON), die Programme gut lesen können. Der Dienst rdap.org leitet an das richtige Register weiter:

curl -L https://rdap.org/ip/193.0.6.139

Für Abfragen aus eigener Software ist RDAP die bessere Wahl, weil jedes Register dieselbe Struktur liefert.

Die wichtigsten Felder

FeldBedeutung
inetnum oder inet6numDer Adressbereich, zu dem die Adresse gehört
netnameEin Kurzname für das Netz, vom Inhaber vergeben
descrFreie Beschreibung, oft Firmenname oder Standort
orgVerweis auf die Organisation, die das Netz hält
countryLand laut Eintrag, nicht zwingend der Standort des Geräts
statusZum Beispiel ALLOCATED PA (Bereich eines Anbieters) oder ASSIGNED PA (vom Anbieter an einen Kunden vergeben)
abuse-cKontakt für Meldungen über Missbrauch, etwa Spam oder Angriffe

Ein Eintrag mit eigenem Netznamen und einer Firma als Organisation spricht dafür, dass die Firma dieses Netz selbst nutzt. Steht dort ein Internetanbieter, kann die Adresse zu einem beliebigen Kunden dieses Anbieters gehören.

Was Sie nicht herausfinden

Keine Person. Bei Anschlüssen von Privatkunden und den meisten kleinen Firmen steht der Internetanbieter im Register. Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt die Adresse hatte, weiß nur der Anbieter. Er gibt das nur an Behörden oder auf gerichtliche Anordnung heraus.

Keine genaue Adresse. Das Feld country beschreibt den Eintrag, nicht den Ort des Geräts. Dienste, die eine Stadt anzeigen, schätzen. Mehr dazu in IP-Tracking: was eine IP-Adresse über Besucher verrät.

Nicht immer den aktuellen Nutzer. Rechenzentren und Clouddienste vermieten Adressen weiter. Im Register steht dann der Betreiber des Rechenzentrums, nicht sein Kunde.

Wenn Sie es öfter brauchen

Einzelne Abfragen von Hand sind kein Problem. Wer täglich viele Adressen einordnen will, etwa Besuche einer Website, sollte Ergebnisse zwischenspeichern und die Nutzungsregeln der Register beachten. Wie Besuchererkennung genau das automatisch macht und dabei die Adresse nach der Abfrage verwirft, beschreibt Wie funktioniert Firmenerkennung? Technik in 6 Schritten. Eine zweite Spur ist der Rechnername einer Adresse, siehe PTR-Record: wie aus einem Rechnernamen eine Firma wird. Die Begriffe dahinter sortiert Reverse IP Lookup einfach erklärt.

Häufige Fragen

Ist die Abfrage erlaubt? Ja. Die Register sind öffentlich, gerade damit Betreiber bei Problemen den richtigen Ansprechpartner finden.

Warum steht bei meiner eigenen Adresse mein Internetanbieter? Weil das Netz dem Anbieter zugeteilt ist und er Ihnen eine Adresse daraus vergibt. Ihr Name steht nicht im Register.

Ist eine IP-Adresse ein personenbezogenes Datum? Oft ja, auch wenn Sie selbst die Person nicht kennen. Die Einordnung steht in IP-Adresse und DSGVO: ist sie personenbezogen?.

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