Zum Inhalt springen

Praxis · 7. November 2026 · 3 Minuten Lesezeit

Heatmap auf der Website: Arten, Aussagekraft und Datenschutz

Klick-, Scroll- und Bewegungs-Heatmaps erklärt: was sie zeigen, wie viele Besuche Sie brauchen, typische Fehlschlüsse und was der Datenschutz verlangt.

Skizze einer Webseite: viele Klicks auf dem Button für die Anfrage, wenige auf einem Bild. Daneben sinkt der Anteil der Besucher mit der Scrolltiefe
Grafik: Whovisit · Grafik groß ansehen

Eine Heatmap färbt eine Webseite danach ein, wo Besucher klicken, wie weit sie scrollen oder wo sich die Maus bewegt. Rot heißt viel, blau wenig. Das ist anschaulich und überzeugt in jeder Besprechung. Damit die Bilder nicht zu falschen Entscheidungen führen, lohnt es sich zu wissen, was sie zeigen und was nicht.

Die vier gängigen Arten

ArtZeigtGut für
Klick-HeatmapWo geklickt oder getippt wirdButtons, die übersehen werden, Klicks auf Dinge, die keine Links sind
Scroll-HeatmapWie viel Prozent der Besucher welche Tiefe erreichenLange Seiten, Platzierung wichtiger Inhalte
Bewegungs-HeatmapWo die Maus sich bewegtGrober Hinweis auf Aufmerksamkeit am Rechner
Aufmerksamkeits-HeatmapWie lange ein Bereich sichtbar warWelche Abschnitte gelesen werden

Eng verwandt sind Sitzungsaufzeichnungen, auch Session Replay oder Mausvideos genannt. Sie zeigen einzelne Besuche als Film statt einer Summe aller Besuche. Was dabei datenschutzrechtlich zu beachten ist, steht in Session Replay und Datenschutz: Mausvideos richtig einsetzen.

Wie viele Besuche Sie brauchen

Eine Heatmap ist eine Statistik. Mit 30 Besuchen zeigt sie Zufall. Als grobe Regel brauchen Sie einige Hundert Besuche je Seite und Gerätetyp, bevor Muster belastbar werden. Für B2B-Seiten mit wenig Verkehr heißt das: Messen Sie lieber eine wichtige Seite über mehrere Wochen als zehn Seiten über ein paar Tage.

Fünf typische Fehlschlüsse

  1. Handy und Rechner vermischt. Auf dem Handy liegen Elemente an anderen Stellen. Eine gemeinsame Heatmap zeigt dann Klicks auf Stellen, an denen bei der Hälfte der Besucher gar nichts ist. Werten Sie Geräte immer getrennt aus.
  2. Bewegliche Inhalte. Aufklappbare Bereiche, Banner und Slider verschieben die Seite. Die Farbe landet dann an der falschen Stelle.
  3. Maus gleich Auge. Die Maus folgt dem Blick nur grob. Viele Menschen lassen sie einfach liegen, während sie lesen.
  4. Wenig Scrolltiefe gleich schlechte Seite. Wer oben findet, was er sucht, muss nicht scrollen. Wenig Scrolltiefe auf einer Kontaktseite ist ein gutes Zeichen.
  5. Alle Besucher gleich wichtig. Im B2B zählt nicht jeder Besuch gleich. Hundert Studierende verdecken in der Summe die drei Einkäufer, um die es eigentlich geht.

Was Sie daraus machen

Heatmaps liefern Hinweise, keine Antworten. Ein guter Ablauf:

  1. Frage festlegen. Zum Beispiel: Sehen Besucher den Button zur Anfrage?
  2. Seite und Zeitraum wählen, groß genug für belastbare Zahlen.
  3. Auffälligkeit notieren, etwa: 60 Prozent der Besucher auf dem Rechner erreichen den Button nie.
  4. Änderung testen, zum Beispiel den Button höher setzen.
  5. Ergebnis an einer harten Zahl messen, wie Anfragen pro Woche, nicht an einer neuen Heatmap.

Datenschutz

Heatmap-Werkzeuge laden ein Skript, das Klicks, Mausbewegungen und Scrollen im Browser erfasst. Damit wird auf das Gerät des Besuchers zugegriffen. In Deutschland verlangt § 25 TDDDG dafür in der Regel eine Einwilligung, in Österreich § 165 TKG 2021. Das Skript sollte also erst nach Zustimmung im Cookie-Banner laden.

Achten Sie außerdem auf diese Punkte:

  • Eingaben maskieren. Was Besucher in Formularfelder tippen, gehört nicht in eine Heatmap.
  • Kurze Speicherdauer. Für eine Auswertung reichen meist einige Wochen.
  • Serverstandort und Vertrag. Mit dem Anbieter schließen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag.

Die Grundlagen zu Einwilligung und Rechtsgrundlage stehen in Einwilligung oder berechtigtes Interesse: so entscheiden Sie.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Heatmap, wenn ich schon Webanalyse habe? Webanalyse zeigt, welche Seiten aufgerufen werden. Die Heatmap zeigt, was auf einer Seite passiert. Beides ergänzt sich.

Sind Heatmaps im B2B sinnvoll? Ja, für wenige wichtige Seiten wie Startseite, Preise und Kontakt. Für die Frage, welche Firmen gelesen haben, braucht es ein anderes Werkzeug, siehe Welche Firmen besuchen meine Website? 3 Wege im Überblick.

Gibt es Heatmaps ohne Cookie? Es gibt Werkzeuge, die ohne Cookie arbeiten. Eine Einwilligung kann trotzdem nötig sein, weil das Skript Daten aus dem Browser ausliest.

Weiterlesen