Vergleich · 7. November 2026 · 5 Minuten Lesezeit
Warmly und Vector in Europa: Preise und Einsatz
Warmly und Vector sind KI-Werkzeuge aus den USA. Preise, Preismaße und die Frage, was davon für europäische Websites angeboten wird, nach Anbieterangaben.
Warmly und Vector gehören zu einer neuen Gruppe von Werkzeugen aus den USA. Sie erkennen Besucher einer Website, bewerten sie mit KI und lösen daraus Aktionen aus: Chat, Anruf, Mail oder Werbung. Mit der einfachen Frage, welche Firma auf der Website war, haben sie wenig zu tun. Wer in Europa überlegt, sie einzusetzen, braucht Preise, Preismaße und eine Einordnung zur Rechtslage. Dieser Artikel fasst zusammen, was beide Anbieter öffentlich angeben. Er ist keine Rechtsberatung und urteilt nicht über die Rechtmäßigkeit der Produkte.
Warmly: Preise nur im Jahresvertrag
Die Preisseite von Warmly nennt drei Tarife, alle mit Beträgen pro Jahr oder pro Quartal. Eine Monatszahlung gibt es nicht.
| Tarif | Pro Jahr | Pro Quartal | Umfang |
|---|---|---|---|
| AI Web-Deanonymization | ab 10.000 US-Dollar | 4.875 US-Dollar | ab 10.000 Credits im Monat, Erkennung, Filter, Alarme, CRM-Anbindung |
| Inbound Chat | ab 20.000 US-Dollar | 6.500 US-Dollar | zusätzlich KI-Chatbot und Chat mit Mitarbeitern |
| AI Inbound Autopilot | ab 30.000 US-Dollar | 9.750 US-Dollar | zusätzlich KI-Agenten und automatische Mails |
Zusatzpakete kosten je 10.000 US-Dollar im Jahr (Signal-Paket und Warm Experiences). Der KI-Videochat ist auf Anfrage. Einen Gratis-Tarif führt die Preisseite nicht auf.
Stand: 7. November 2026, Preise netto laut Anbieterseite, in US-Dollar angegeben. Anbieter ändern Preise, prüfen Sie vor dem Kauf die aktuelle Seite.
Beim Preismaß fällt zweierlei auf. Erstens zählt Warmly in Credits. Wie viele Credits eine Erkennung verbraucht, steht nicht auf der Seite. Zweitens rechnet die Seite mit „30 Prozent sparen“ bei Jahreszahlung, die Zahlen ergeben je nach Tarif etwa 23 bis 49 Prozent. Wer vergleicht, sollte sich das Credit-Modell schriftlich erklären lassen. Wie die Zählweisen verschiedener Anbieter zusammenhängen, steht in Besuchererkennung vergleichen: 12 Kriterien für die Auswahl.
Zum Eigentümer: Warmly hat am 30. Juni 2026 mitgeteilt, dass HubSpot das Unternehmen übernehmen will (Beitrag des Gründers). Ob die Übernahme abgeschlossen ist, steht dort nicht. Verträge, Preise und Anbindungen bleiben nach Angabe von Warmly zunächst unverändert.
Vector: Preis nach Besuchern und Werbeausgaben
Vector versteht sich als ABM-Plattform auf Kontaktebene und verbindet Besuchererkennung mit Werbung auf LinkedIn und Meta. Die Preisseite nennt drei Stufen:
| Stufe | Einzigartige Besucher im Monat | Werbeausgaben im Monat | Preis |
|---|---|---|---|
| Growth | bis 25.000 | bis 25.000 US-Dollar | 36.000 US-Dollar im Jahr (Zuordnung zur Stufe nicht ausdrücklich beschriftet) |
| Scale | bis 100.000 | bis 100.000 US-Dollar | nicht angegeben |
| Enterprise | bis 250.000 | bis 250.000 US-Dollar | nicht angegeben |
Stand: 7. November 2026, Preise laut Anbieterseite, in US-Dollar angegeben. Anbieter ändern Preise, prüfen Sie vor dem Kauf die aktuelle Seite.
Es gibt einen Jahresvertrag für die ganze Plattform. Maßgeblich ist die höhere der beiden Größen, Besucher oder Werbeausgaben. Gezählt werden alle einzigartigen Besucher, nicht nur erkannte. Nutzerplätze sind unbegrenzt. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag und SSO nennt die Seite erst ab Scale. Drittquellen von Mitbewerbern nennen davon abweichende, teils monatlich kündbare Preise, etwa 399 bis 999 US-Dollar im Monat für die reine Erkennung. Diese Angaben widersprechen der offiziellen Seite und sind nicht verlässlich.
Was die Anbieter zu Europa sagen
Warmly nennt auf der Startseite ein Siegel „GDPR Compliant“, ohne zu erläutern, was es umfasst. Auf der Startseite werden Besucher „auf Personenebene“ erkannt. Ob das für Besucher aus Europa gilt, sagt die Seite nicht. Vector erwähnt DSGVO, EU und Datenhaltung auf der abgerufenen Seite gar nicht. Zu Cookies, IP-Speicherung und Serverstandort fehlen bei beiden Angaben. Ob die Unterseiten zu Sicherheit und Datenschutz mehr sagen, haben wir nicht ausgewertet. Fragen Sie beide direkt.
Zum Vergleich: Der US-Anbieter RB2B beschränkt die Personenerkennung ausdrücklich auf Besucher mit US-IP-Adresse. Die Lage erklärt RB2B in Europa: was die Personenerkennung hier darf. Bei Warmly und Vector fehlt eine solche Aussage. Auf der Seite von Vector steht außerdem ein Link „Do not sell or share my personal information“, wie er in US-Gesetzen vorgesehen ist.
Wie die Rechtslage in Europa einzuordnen ist
Zwei Grundregeln gelten unabhängig vom Anbieter:
- Geräte-Zugriff. Wenn ein Skript Informationen auf dem Gerät ablegt oder ausliest, braucht es in Deutschland nach § 25 TDDDG in der Regel vorab eine Einwilligung. In Österreich gilt sinngemäß § 165 TKG. Siehe § 25 TDDDG: Cookies und Tracking in Deutschland.
- Personenbezug. Werden einzelne Personen bestimmt und mit Daten Dritter angereichert, ist die DSGVO einschlägig und die Frage nach Rechtsgrundlage und Information stellt sich viel schärfer als bei einer Firmenliste. Grundlagen: Besuchererkennung und DSGVO: eine nüchterne Einordnung.
Ob ein bestimmtes Produkt rechtskonform eingesetzt werden kann, entscheidet sich im Einzelfall. Das lässt sich aus Preisseiten nicht ablesen. Holen Sie sich Rat bei Ihrer Datenschutzberatung, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.
Was bei kleineren Budgets passt
Die genannten Preise liegen bei mindestens 10.000 US-Dollar im Jahr. Für die Frage, welche Firmen die Website lesen, reichen einfachere Werkzeuge:
| Wenn Sie brauchen | Passt eher |
|---|---|
| Firmenliste aus der Website, Preis ab einigen Dutzend Euro im Monat | Anbieter mit Firmen als Preismaß, Übersicht in Besuchererkennung Preise: Anbieter im Vergleich |
| KI-Chat und Werbung auf Kontaktebene | Plattformen wie Warmly oder Vector |
| Eine Gratis-Stufe zum Ausprobieren | Besucheranalyse kostenlos: Gratis-Tarife im Vergleich |
Whovisit liefert Firmen, keine Personen. Chat und Werbeausspielung gibt es nicht. Das Skript lädt erst nach Einwilligung, die IP-Adresse wird nach der Zuordnung verworfen, die Server stehen in den Niederlanden. Bei 100 Firmen im Monat kostet es 19 Euro netto.
Häufige Fragen
Was kostet Warmly? Die Preisseite nennt Tarife ab 10.000 US-Dollar im Jahr, bei Quartalszahlung 4.875 US-Dollar je Quartal. Monatliche Zahlung gibt es nicht. Hinzu kommen Zusatzpakete ab 10.000 US-Dollar im Jahr.
Kostet Vector weniger als Warmly? Das lässt sich nicht beantworten. Vector nennt 36.000 US-Dollar im Jahr für die kleinste Stufe, das Preismaß ist aber ein anderes, nämlich Besucher und Werbeausgaben. Die Einstiegsstufe von Warmly beginnt bei 10.000 US-Dollar im Jahr, der Funktionsumfang beider Produkte ist aber verschieden.
Kann ich Warmly oder Vector in der EU einsetzen? Beide Seiten geben dazu keine klare Auskunft. Fragen Sie nach Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag, Einwilligungsmodell und dem Umfang der Personenerkennung für europäische Besucher. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben.