Vergleich · 7. November 2026 · 5 Minuten Lesezeit
RB2B in Europa: was die Personenerkennung hier darf
RB2B erkennt Personen nur bei US-Besuchern. Was in der EU bleibt, was der Gratis-Tarif bietet und welche Alternativen für Firmenerkennung es gibt.
RB2B wirbt damit, Personen hinter Website-Besuchen zu zeigen, mit Namen und Business-E-Mail. Für Websites in Europa ist das eine Einschränkung, die man vor der Anmeldung kennen sollte: Die Personenerkennung gilt nur für Besucher aus den USA. Dieser Artikel zeigt anhand der Angaben des Anbieters, was in Europa bleibt, was der Gratis-Tarif leistet und welche Alternativen es gibt. Er bewertet RB2B nicht und ist keine Rechtsberatung.
Was RB2B in der EU nicht tut
Auf der Seite RB2B zum Datenschutz beschreibt der Anbieter die Personenerkennung als US-Technik, die auf US-Boden arbeitet und US-Personen auflöst. Die Produkte seien nicht auf die EU oder Großbritannien ausgerichtet. Nach Angabe des Anbieters enthält seine Datenbank keine personenbezogenen Daten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern von Einwohnern der EU und Großbritanniens, unabhängig davon, wo diese sich aufhalten.
Technisch läuft das über eine Prüfung der IP-Adresse: Eine Person wird nur bestimmt, wenn die IP-Adresse den USA zugeordnet ist. Die IP-Adressen von Besuchern aus der EU und aus Großbritannien nutzt RB2B laut eigener Aussage nur, um zu entscheiden, wann das Skript startet. Die Daten seien keinem Produkt zugeordnet, der Anbieter handle nicht danach.
Für Sie heißt das: Bei einem Besucher aus Wien oder Hamburg bekommen Sie von RB2B keine Person. Sie sehen höchstens eine Firma.
Was in Europa bleibt: Firmenebene
Die Firmenerkennung für Besucher außerhalb der USA läuft laut RB2B über eine Partnerschaft mit Demandbase. Für diese Erkennung schreibt der Anbieter auf derselben Seite vor, dass Sie eine Lösung zur Einwilligungsverwaltung einsetzen müssen (im Original: „MUST use a Consent Management Solution“). Das entspricht dem, was in Deutschland und Österreich ohnehin gilt, wenn Skripte Geräteinformationen auslesen. Hintergründe: § 25 TDDDG: Cookies und Tracking in Deutschland.
Die Trefferquote nennt RB2B für die Tarife Free, Starter und Pro mit 15 bis 20 Prozent, für Pro+ mit 35 bis 45 Prozent. Das sind Herstellerangaben. Ob und wie sie für Besucher aus Europa gelten, steht nicht dabei. Wie stark Quoten schwanken, erklärt Erkennungsquote: warum die Zahlen so stark schwanken.
Die Tarife im Überblick
| Tarif | Preis im Monat | Umfang laut Preisseite |
|---|---|---|
| Free | 0 US-Dollar | 150 „Resolutions“ im Monat, nur Firmenebene, Benachrichtigung per Slack |
| Starter | 79 US-Dollar | 300 Resolutions, Personen (nur USA) und Firmen, Zusatz 0,45 US-Dollar je Resolution |
| Pro | ab 149 US-Dollar | 600, 1.250 oder 2.500 Resolutions, Business-E-Mails, Zusatz 0,25 US-Dollar je Resolution |
| Pro+ | ab 199 US-Dollar | ab 600 Resolutions, höhere Trefferquote |
Stand: 7. November 2026, Preise netto laut Anbieterseite. Anbieter ändern Preise, prüfen Sie vor dem Kauf die aktuelle Seite. Die Preise sind in US-Dollar angegeben und nicht umgerechnet. Alle Tarife enthalten eine Testphase von sieben Tagen.
Das Preismaß heißt „Resolution“. Was genau eine Resolution zählt, steht auf der Seite nicht eindeutig. Ob eine erkannte Firma eine Resolution verbraucht, sollten Sie vor dem Kauf erfragen. Die Seite widerspricht sich außerdem bei den größten Stufen: Die Tabelle reicht bis 2.500.000 Resolutions, die Hilfetexte verweisen ab 12.500 an den Vertrieb.
Der Gratis-Tarif in der Praxis
Der Gratis-Tarif ist für europäische Websites der interessanteste Teil. Er bietet Firmenebene, 150 Resolutions im Monat und Slack. Nicht enthalten sind E-Mail-Adressen und weitere Anbindungen. Webhooks, CSV-Export und Ausschlüsse gibt es erst ab Pro. Wer nur testen will, welche Firmen kommen, kann damit beginnen, muss aber eine Einwilligungslösung einbauen und die Datenschutzerklärung anpassen. Einen Vergleich der Gratis-Angebote bietet Besucheranalyse kostenlos: Gratis-Tarife im Vergleich.
Was Sie als europäisches Unternehmen prüfen sollten
- Auftragsverarbeitung. Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Zertifikate nennt der Anbieter auf den abgerufenen Seiten nicht. RB2B bietet ein Data Protection Addendum an. Eine Checkliste steht in Auftragsverarbeitungsvertrag: Checkliste für Webtools.
- Einwilligung. Laden Sie das Skript erst, wenn der Besucher zugestimmt hat. Wie das mit dem berechtigten Interesse zusammenhängt, erklärt Einwilligung oder berechtigtes Interesse: so entscheiden Sie.
- Auskunft und Löschung. RB2B verweist auf Opt-out-Möglichkeiten für Betroffene. Prüfen Sie, wie Sie Anfragen aus Ihrer Datenschutzerklärung heraus beantworten.
- Kontaktaufnahme. Auch eine erkannte Firma kann Anlass für einen Anruf sein. Ob und wie das erlaubt ist, behandelt Kaltakquise im B2B: was in DE, AT und CH erlaubt ist.
Einen Rechtsrat ersetzt das nicht. Fragen Sie bei Zweifeln Ihre Datenschutzberatung.
Alternativen für die Firmenebene
Wenn Sie in Europa ohnehin nur die Firmenebene bekommen, lohnt ein Vergleich mit Anbietern, die darauf ausgelegt sind:
| Anbieter | Gratis-Stufe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Leadfeeder | Lite nach der Testphase | Firmen aus Europa, siehe Leadfeeder Preise |
| Leadinfo | Tarife auf der Preisseite | DACH und Benelux, siehe Leadinfo Preise |
| Whovisit | 10 Firmen im Monat | Erkennung über den Netzinhaber der IP-Adresse, ohne Cookie, Server in den Niederlanden |
Ob ein Anbieter eine Personenerkennung für US-Besucher oder Anbindungen an HubSpot und Salesforce hat, unterscheidet sich. RB2B bietet die Anbindungen ab dem Tarif Pro, Whovisit bindet CRM-Systeme in jedem Tarif über API und Webhooks an, direkte Anbindungen an HubSpot und Pipedrive sind geplant. Welche Funktion bei wem enthalten ist, zeigt Besuchererkennung Preise: Anbieter im Vergleich.
Häufige Fragen
Erkennt RB2B Besucher aus Deutschland? Nur auf Firmenebene. Personen löst RB2B nach eigener Aussage ausschließlich bei Besuchern mit US-IP-Adresse auf.
Ist RB2B in der EU erlaubt? Das lässt sich pauschal nicht sagen. Der Anbieter verlangt für die Firmenerkennung eine Lösung zur Einwilligungsverwaltung und verweist auf Datenschutzanwälte. Ob Ihr Einsatz zulässig ist, hängt von Einbau, Einwilligung und Vertrag ab.
Was kostet RB2B für eine europäische Website? Der Gratis-Tarif kostet nichts und umfasst 150 Resolutions. Der Tarif Starter beginnt bei 79 US-Dollar im Monat, enthält aber die Personenerkennung, die für europäische Besucher nicht greift. Für reine Firmenerkennung ist er kaum nötig.